Naturhandwerk-Camp in Nienburg
Farben? Schnüre? – Müssen wir nicht kaufen. Das können wir aus Naturmaterialien selbst herstellen! Ein Wochenende lang waren wir im zauberhaften Schau- und Lehrgarten des BUND Nienburg, haben gezeltet und gewerkelt. Aus Rainfarn, Kanadischer Goldrute, Echtem Johanniskraut und Schwarzer Stockrose haben wir über dem Feuer selber Farben gekocht und mit diesen anschließend auf Leinwand und Aquarell-Papier gemalt. Aus Brennnesseln haben wir Fasern gewonnen und diese zu erstaunlich festen Schnüren verdreht. Aber seht selbst!
„Gefärbt und verdreht“
Zu Beginn haben wir uns mit den Pflanzen beschäftigt: Wie erkenne ich sie? Was sind ihre zentralen Eigenschaften? Welche der Pflanzen sind heimisch, welche verdrängen wertvolle Biodiversität und gelten als invasive Neophyten? (Spoiler: die Kanadische Goldrute) Wie sieht eigentlich die heimische Goldrute aus und warum ist es sinnvoll, sich zu merken, dass das Echte Johanniskraut auch Tüpfel-Hartheu genannt wird?
Manche der Pflanzen konnten wir direkt vor Ort sammeln, andere haben wir getrocknet mitgebracht.
Danach haben wir die Pflanzen über dem offenen Feuer gekocht und mithilfe von Zitronensäure und Soda überraschend viele unterschiedliche Farbtöne gewonnen. Nach langer Vorbereitung kam dann der besondere Moment: Wir konnten mit den von uns selbst hergestellten Farben selbst malen und tolle Effekte erzeugen.
Allen bekannt war die Brennnessel. Doch dass sich daraus so tolle, lange Schüre herstellen lassen, damit hatten die Teilnehmenden nicht gerechnet. Zunächst mit Hammer und später vorsichtig mit den Händen verdreht, war das Herstellen der Schnüre eine geradezu meditative Tätigkeit.
Ein Wochenende ohne fließend Wasser, ohne Herd, ohne Kühlschrank
Im Schau- und Lehrgarten waren wir mitten in der Natur. Auf der Streuobst-Wiese haben wir unsere Zelte aufgeschlagen, über dem offenen Feuer gekocht, uns das eine und andere Mal vor dem Regen ins Rondell und in die Zelte gerettet und ganz viel Natur genossen. Oft wussten nur wenige, wie spät es eigentlich gerade war, denn viele Handys wurden tagsüber in den Zelten „vergessen“.
Gerade dadurch sind wir als Gruppe schnell ganz eng zusammengewachsen und waren mit Teilnehmenden zwischen 5 und 40 Jahren sowie Hummeln, Schmetterlingen, Fröschen, Heuschrecken u.v.m. am Ende eine richtige Garten-Gemeinschaft.
Schön war’s
Heimgefahren sind wir mit unseren hergestellten Werken sowie ganz vielen Eindrücken und neuem Wissen über Pflanzen und Naturhandwerk.
Die Veranstaltung war ein gemeinsames Projekt von JANUN e.V., BUNDjugend Niedersachsen, BUNDjugend Nienburg. Wir danken der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung für die Förderung sowie der BUND Kreisgruppe Nienburg und dem Schau- und Lehrgarten des BUND Nienburg für die Unterstützung.